Der Stein

30 01 2008

……Der Saal war gewaltig und düster. Die Wände und Kolonnen waren gotisch verziert. Ihre Pracht versank aber fast vollständig in der Dunkelheit, sodass die Mühe ihrer Ausarbeitung kaum gerechtfertigt war. Es gab kein einziges Fenster. Hier und da verliefen schwache Lichtstrahlen durch die verstaubte Luft. Als die einzige Lichtquelle stahlen sie sich durch Löcher in der, wegen ihrer immensen Höhe, kaum erahnbaren Decke hindurch, um dann vom sandigen Grund unreflektiert verschluckt zu werden. Aus dem Boden wuchs eine Wendetreppe heraus und führte spiralförmig um eine Kolonne herum nach oben. Ein mächtiges Tor, verziert wie die Kolonnen, stand dicht geschlossen und führte ins Ungewisse. An den Wänden entlang und zwischen den im Kreis aufgestellten Kolonnen posierten Silhouetten – dunkle Wachsfiguren. Mit der Zeit, jeden Details beraubt und mit Spinnennetzen überzogen, sind nur noch ihre Posen zu erkennen geworden. Manche waren höhnisch gewandt, die nächsten ängstlich verdreht, andere gestikulierend in ein Gespräch verwickelt – sie waren für alle Zeiten in ihrer Haltung erstarrt und nichts verletzte die Stille. Genau in der Mitte befand sich Der Stein. Grau und glatt geschliffen lag er als ein riesiges Ei in einer von ringförmigen Halterungen umgebenen Einwölbung. Seine Präsenz verlieh der Atmosphäre etwas erdrückend Schweres. Als ob man in Seiner Nähe nicht gerade stehen könnte und der Blick einem immer wieder zu Boden sinken würde. Und dennoch war Der Stein das Einzige was etwas Farbiges von sich gab. Aus Seiner meterhohen runden Spitze entwich ein grünes Glimmern. Kaum stark genug um bemerkt zu werden stieg es wie ein weisender Pfad hoch hinauf und verschwand in der Dunkelheit. Den Rest des Beitrags lesen »








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